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Akamas-Wanderwege: Routen, Schwierigkeitsgrade und Sehenswürdigkeiten

Akamas-Wanderwege: Routen, Schwierigkeitsgrade und Sehenswürdigkeiten

Was sind die besten Wanderwege im Akamas?

Der Aphrodite Trail (7,5 km Rundweg, mittel) und der Adonis Trail (7,5 km Rundweg, mittel) sind die markierten Hauptrouten der Akamas-Halbinsel. Beide starten an den Bädern der Aphrodite. Der Smigies-Picknickplatzweg (5 km, leicht) eignet sich gut für Familien. Frühling (März–Mai) ist die beste Saison.

Wandern auf der letzten wilden Halbinsel Zyperns

Die Akamas-Halbinsel ist der westlichste Zipfel Zyperns — ein 60 Quadratkilometer großes Kap aus Kreidefelsen, Garigue-Gestrüpp, Meereshöhlen und Küstenschluchten, das vor allem deshalb vor der Erschließung bewahrt wurde, weil es während und nach der Kolonialzeit als britisches Militärschießgebiet diente. Heute ist es ein geschützter Nationalpark und das ökologisch bedeutsamste Gebiet der Insel, Heimat nistender Meeresschildkröten, endemischer Pflanzenarten und jener unberührten Mittelmeerlandschaft, die anderswo auf Zypern nahezu verschwunden ist.

Für Wanderer bietet der Akamas echte Besonderheiten: Klippensteige entlang der Küste, Schluchtpfade im Landesinneren und Frühlingsblumenwiesen auf gut markierten Wegen — ohne Jeep oder Quad. Die Halbinsel erschließt sich nur demjenigen, der zu Fuß geht.

Dieser Reiseführer behandelt alle markierten Wanderwege im Akamas mit realistischen Schwierigkeitsbewertungen, Hinweisen zu Wasser und Logistik sowie Tipps zur Kombination mit anderen Akamas-Erlebnissen.

Die wichtigsten Wanderwege

Aphrodite Trail (7,5 km Rundweg, mittel)

Der bekannteste Spaziergang im Akamas beginnt an den Bädern der Aphrodite — einem natürlichen Quellbecken, umgeben von Platanen und Feigenbäumen, etwa 3 km östlich des Hafens von Latchi. Der Weg steigt von der Quelle durch Kiefern- und Wacholderwälder zum Aussichtspunkt Moutti tis Sotiras (370 m) auf, folgt dann den Klippen der Nordküste und kehrt zum Ausgangspunkt zurück.

Der Aufstieg von den Bädern zum Aussichtspunkt ist die anspruchsvollste Passage — rund 200 m Höhenunterschied auf einem Felspfad in etwa 2 km. In gemäßigtem Tempo sind dafür 20–30 Minuten einzuplanen. Oben bieten sich Panoramablicke über die gesamte Halbinsel bis zur türkischen Küste (an klaren Tagen ca. 100 km entfernt) und westwärts aufs Meer.

Der Küstenabschnitt des Rückwegs ist der landschaftlich dramatischste: senkrechte Kalksteinklippen mit Meereshöhlen darunter, azurblaues Wasser zwischen dem Gestrüpp sichtbar. Dieser Teil ist der Sonne ausgesetzt — viel Wasser mitnehmen.

Gesamtdauer: 2,5–3,5 Stunden. Startpunkt: Parkplatz Bäder der Aphrodite (kostenlos, groß, mit kleinem Café und Souvenirladen). Beste Jahreszeit: März–Mai und September–November. Wasser: kein Wasser auf dem Weg — mindestens 1,5 Liter pro Person mitnehmen.

Ausführliche Informationen finden sich im Aphrodite-Trail-Reiseführer.

Adonis Trail (7,5 km Rundweg, mittel)

Ebenfalls ab den Bädern der Aphrodite zweigt der Adonis Trail nach Osten ab (im Gegensatz zum nördlichen Aphrodite Trail). Er führt zum Aussichtspunkt Pyrgos tis Rigenas (Burg der Königin) durch einen anderen Abschnitt aus Kiefern- und Macchiagestrüpp, dann abwärts durch das Avakas-Schluchtsystem und zurück.

Der Schluchtenabschnitt ist das Highlight: ein enger Kalksteincanyon mit bis zu 30 Meter hohen Wänden, in der Trockenzeit (Mai–Oktober) zu Fuß begehbar. Im Winter und Frühling führt der Schluchtboden Wasser, weshalb die Route nasse Füße bedeutet. Die Schluchtflora — darunter das endemische Akamas-Tausendgüldenkraut und die Paphos-Zistrose — ist im Frühling außergewöhnlich.

Gesamtdauer: 2,5–3,5 Stunden. Startpunkt: identisch mit dem Aphrodite Trail. Hinweis: Der untere Abschnitt der Avakas-Schlucht ist auch über einen separaten Eingang nahe Agios Georgios (Pegeia) erreichbar, für all jene, die die Schlucht ohne den vollständigen Rundweg erkunden möchten.

Smigies-Naturpfad (5 km, leicht)

Startend am Smigies-Picknickplatz (mit dem Auto über Pegeia erreichbar — örtlich nach dem Weg fragen, ca. 10 km von Coral Bay) führt dieser leichtere Weg durch das Innere der Halbinsel durch Macchie, Johannisbrotbaumhaine und Oliventerrassen.

Gut für Familien mit Kindern. Das Gelände ist überwiegend flach oder sanft hügelig. Im März–April ist die Wildblumenshow entlang dieser Route außergewöhnlich: Mohn, Anemonen, Alpenveilchen, Orchideen, Asphodelen. Weniger dramatische Landschaft als die Küstenwege, aber sanfter und zugänglicher.

Gesamtdauer: 1,5–2 Stunden. Startpunkt: Smigies-Picknickplatz.

Avakas-Schlucht (2 km einfache Strecke, leicht bis mittel je nach Saison)

Die Schluchtwanderung — erreichbar über einen separaten Parkplatz nahe dem Dorf Agios Georgios (ca. 20 km von Paphos) — folgt einem Flussbett durch einen spektakulären Kalksteincanyon. Im Sommer (Trockenzeit) geht man auf Fels und Sand. Im Frühling ist Waten angesagt — Wasserschuhe empfehlenswert.

Die Schlucht ist etwa 2 km lang. Die meisten Besucher gehen bis zum Ende des zugänglichen Abschnitts (wo der Canyon sich weiter verengt und Kletterausrüstung erforderlich wird) und kehren zurück.

Gesamtdauer: 1–1,5 Stunden hin und zurück. Parken: kleiner Parkplatz am Schluchteinstieg auf der Straße von Agios Georgios. Beste Jahreszeit: Mai–Oktober für trockenes Wandern, März–April für botanische Highlights (nass).

Avakas-Schlucht im Detail: der dramatischste Weg

Die Avakas-Schlucht verdient gesonderte Erwähnung. Während Aphrodite- und Adonis Trail Küstenklippen bieten, ist Avakas ein geologisches Wunder anderer Art — ein enger Slot-Canyon im Kalkstein, mit Wänden, die sich stellenweise nahezu senkrecht 30–40 Meter über den Schluchtboden erheben, so eng, dass man beide Wände gleichzeitig berühren kann.

Die Geologie: Avakas (vom griechischen Wort für Brombeere) entstand durch den Avakas-Fluss, der ein vertikales Kluftystem im Kalkstein ausnutzt. Jahrtausendelang hat er sich nach unten gearbeitet, während das Plateau oben stabil blieb — klassische Slot-Canyon-Formation. In der Trockenzeit fehlt der Fluss oder ist minimal; der Schluchtboden besteht aus Fels, Gumpen und Sandablagerungen.

Was zu sehen ist: die Wände selbst sind die Hauptattraktion — Kalksteintextur, marine Fossilien im Querschnitt, Farbwechsel von Weiß über Creme bis Grau und Ocker. Farne wachsen aus Ritzen. Wilde Feigenbäume klammern sich mit Wurzeln an die senkrechten Wände. Am engsten Punkt treffen sich die Wände oben, Tageslicht fällt nur als schmaler blauer Streifen herein.

Dauer und Zugang: Der zugängliche Abschnitt (vom Trailhead bis zur Verengung) ist ca. 2 km einfache Strecke, 45–60 Minuten Gehzeit. Rückweg auf gleichem Weg.

Die Bäder der Aphrodite als Ausgangspunkt

Die Bäder der Aphrodite — ein natürliches Quellbecken, im Schatten einer alten Feige am Ende der Latchi-Küstenstraße — dienen als Startpunkt für Aphrodite- und Adonis Trail und sind als Ziel an sich sehenswert.

Die Quelle fließt das ganze Jahr, gespeist vom Kalksteinaquifer des Akamas-Plateaus. Das Wasser ist klar und kalt. Der Feigenbaum ist uralt — sein Stammumfang lässt auf ein beträchtliches Alter schließen, die Wurzeln greifen in den Kalkstein um die Quelle. Das Ambiente ist still und schön: Quellgeräusch, Schatten, durch die Bäume hindurch das Meer.

Baden ist verboten (Naturschutzschild deutlich sichtbar). Bestes Besuchsfenster: früh morgens (vor 09:00), wenn noch keine Reisegruppen da sind. Nach 10:00 Uhr im Sommer ist der Parkplatz voll.

Das kleine Café am Parkplatz öffnet saisonal (Sommer, ca. 09:00–17:00) und bietet Kaffee, Kaltgetränke und Snacks.

Praktische Wanderhinweise für den Akamas

Hitze: Der Akamas ist auf den Küstenabschnitten schattenlos und exponiert. In Juli und August werden auf den Klippensteigen 35–38 °C erreicht. Touren vor 08:00 oder nach 16:00 Uhr starten. Frühling und Herbst (März–Mai, September–November) sind mit Abstand die besten Wanderseasonn.

Wasser: Auf keinem Akamas-Weg gibt es verlässliche Wasserquellen. Mehr als nötig mitführen — mindestens 1,5–2 Liter pro Person für eine Volltour bei warmem Wetter, mehr im Sommer.

Navigation: Alle Hauptwege sind mit farbigen CTO-Wegmarkierungen und Wegweisern an Kreuzungen versehen. Eine Papierkarte (erhältlich am Informationsbrett bei den Bädern der Aphrodite) oder eine GPS-Spur offline ist für den Adonis Trail empfehlenswert, der in der Schluchtenpassage weniger Schilder hat.

Schlangen: Zypern hat eine giftige Schlangenart — die Stumpfnasenotter (Macrovipera lebetina). Nicht aggressiv, beißt aber wenn man auf sie tritt. Auf felsigem Terrain genau schauen, wohin man tritt. Feste Wanderschuhe oder Stiefel tragen.

Meeresschildkröten und Lara-Strand: Lara-Strand am nördlichen Ende der Halbinsel ist ein geschütztes Schildkröten-Nistgebiet. Erreichbar über einen rauen Weg (4x4 empfohlen) oder zu Fuß von den Bädern der Aphrodite (ca. 8 km an der Küste). Siehe Meeresschildkröten Lara Bay.

Der Frühlingsblumen-Kalender: Timing für die Akamas-Wanderung

Ende Februar bis Mitte März: Alpenveilchen (Cyclamen persicum) blühen auf den Kalksteinflächen, rosa auf nacktem Fels.

März bis April: die Hauptschau. Anemone coronaria überzieht offenes Gestrüpp in Rot, Weiß und Violett. Mohnblumen (Papaver rhoeas) bedecken gestörte Böden. Orchideen säumen die Wegränder — Bienenorchideen (Ophrys spp.) auf Kalksteinschutt, die Spiegelorchidee. Traubenhyazinthen (Muscari neglectum) in dichten blauen Büscheln an den Schluchtsäumen.

April bis Mai: Kronenwucherblume (Glebionis coronaria) und Kamille verlängern die Schau. Asphodelen (Asphodelus aestivus) blühen auf dem Hochplateau. Das endemische Akamas-Tausendgüldenkraut (Centaurium tenuiflorum) erreicht im April seinen Höhepunkt in der Schlucht.

Ab Mai: Die Vegetation beginnt auszutrocknen. Die Schau ist bis Juni meist vorbei. Die aromatischen Garrigue-Kräuter (Thymian, Salbei, Oregano) sind im Mai und Juni am intensivsten — der Duft an einem warmen Morgen vor dem Windaufkommen ist außergewöhnlich.

Kombination mit anderen Akamas-Aktivitäten

Der Jeep-Safari-Akamas-Reiseführer behandelt den 4x4-Zugang zum Halbinselinneren und zur Nordküste. Der ATV und Buggy Paphos-Reiseführer deckt Quad- und Buggytouren ab. Der Akamas-Natur-Reiseführer gibt den ökologischen Kontext.

Was zu buchen ist

From Paphos: Akamas Panoramic Walk From Paphos or Limassol: Akamas National Park Jeep Safari

Häufig gestellte Fragen zu Akamas-Wanderwegen

Brauche ich einen Führer für die Akamas-Wege?

Nein. Die markierten Wege (Aphrodite, Adonis, Smigies) sind gut ausgeschildert und können selbständig begangen werden. Eine Karte ist für den Adonis Trail hilfreich. Für abseits der Wege, die oberen Schluchtabschnitte oder die Nordküstenroute nach Lara bietet ein ortskundiger Führer echten Mehrwert — besonders für botanisches und ornithologisches Wissen.

Kann ich im Sommer im Akamas wandern?

Die Wege sind im Juli und August technisch begehbar, aber wirklich unangenehm — Temperaturen übersteigen auf exponierten Abschnitten regelmäßig 35 °C. Wer im Sommer wandert, sollte vor 07:30 Uhr starten und bis 10:00 Uhr umkehren. Die Avakas-Schlucht ist im Sommer die sinnvollste Option wegen ihrer schattigen Canyonwände.

Gibt es Toiletten auf den Akamas-Wegen?

Am Parkplatz der Bäder der Aphrodite gibt es einfache Toiletten. Auf den Wegen selbst gibt es keine Einrichtungen. Entsprechend vorausplanen.

Ist die Akamas-Halbinsel von Paphos aus erreichbar?

Von Paphos zu den Bädern der Aphrodite dauert die Fahrt ca. 35–40 Minuten. Der Avakas-Schluchtzustieg liegt ca. 25 Minuten von Paphos über Pegeia entfernt. Die Straßen zu den Trailheads sind asphaltiert; Wege innerhalb der Halbinsel (nach Lara-Strand und weiter) sind unbefestigte Pisten, die Sorgfalt erfordern.

Welche Wildtiere könnte ich auf Akamas-Wegen sehen?

Der Akamas hat die reichste Artenvielfalt Zyperns. Zu erwarten sind: Eleonorenfalke, Gänsegeier, Bonellis Adler (seltener), Audouins Möwe, Zypern-Grasmücke (endemisch), verschiedene Eidechsenarten darunter die Agama, Zypern-Steinschmätzer, Mufflon (selten auf dem Plateau) und unechte Karettschildkröten (sichtbar am Lara-Strand in der Nistzeit Juni–August). Im Frühling gibt es die beste Wildblumenschau.