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Kykkos-Kloster: was zu erwarten ist und wie man besucht

Kykkos-Kloster: was zu erwarten ist und wie man besucht

Lohnt sich ein Besuch des Kykkos-Klosters?

Ja. Kykkos ist das reichste und aufwändigst dekorierte Kloster Zyperns, gegründet im 11. Jahrhundert und beherbergend eine Ikone der Jungfrau Maria, die dem Heiligen Lukas zugeschrieben wird. Allein das Museum rechtfertigt den Besuch. 1,5–2 Stunden einplanen und früh kommen, um Reisegruppenmassen zu vermeiden.

Zyperns bedeutendstes Kloster — und was es besonders macht

Das Kykkos-Kloster liegt auf 1.140 m Höhe in den Troodos-Bergen, ca. 20 km südwestlich von Pedoulas, und nimmt einen einzigartigen Platz im religiösen und nationalen Leben Zyperns ein. Gegründet im späten 11. Jahrhundert vom byzantinischen Kaiser Alexios I. Komnenos, ist es das reichste, größte und am meisten verehrte Kloster der Insel. Erzbischof Makarios III. — der erste Präsident des unabhängigen Zyperns — war hier Novizenmönch und ist auf dem nahe gelegenen Throni-Hügel begraben, eine Tatsache, die Kykkos neben religiöser auch politische Bedeutung verleiht.

Das Herzstück des Klosters ist eine Ikone der Jungfrau Maria, die angeblich vom Heiligen Lukas nach dem Leben gemalt wurde. Die Ikone selbst wird nie unverschleiert gezeigt — das Gesicht ist seit dem 8. Jahrhundert der Überlieferung nach dauerhaft verschleiert. Pilger verehren sie ungeachtet dessen, und an bestimmten Festtagen wird das Kloster zu einem bedeutenden Pilgerort für Zyprer aus der ganzen Insel.

Für den weltlichen Besucher ist die religiöse Atmosphäre echt und respektvoll, nicht performativ. Der Komplex ist bewohnt und aktiv von Mönchen bewohnt. Fotografieren in der Hauptkirche ist nicht gestattet. Das Museum dagegen ist außergewöhnlich — eine seriöse Sammlung religiöser Kunst, Manuskripte und Artefakte aus tausend Jahren.

Kurze Geschichte von Kykkos

Die Gründungsgeschichte betrifft einen byzantinischen Beamten namens Manuel Voutomytis, der der Überlieferung nach die Ikone vom Kaiser nach einer Reihe wundersamer Ereignisse erhielt. Das Kloster brannte nieder und wurde mehrfach wieder aufgebaut — die heutigen Gebäude stammen größtenteils aus dem 19. und 20. Jahrhundert, was erklärt, warum die Außenmosaike auffallend neu aussehen. Die Gold- und Mosaikdekoration der Vorhallen und Außenwände wurde größtenteils zwischen 1980 und 2010 installiert, was Erstbesucher überrascht, die verwitterten Stein erwarten.

Das Kloster besaß jahrhundertelang ausgedehnte Ländereien im Troodos, und seine Landwirtschafts- und Holzfällbetriebe finanzierten die Ansammlung von Kunst und Manuskripten. Heute betreibt die Kykkos-Stiftung in ganz Zypern kulturelle und Bildungsprogramme, finanziert durch das beträchtliche Vermögen des Klosters.

Erzbischof Makarios III. trat 1926 im Alter von 13 Jahren als Novize in Kykkos ein. Er ist auf dem Throni-Hügel begraben (15 Gehminuten vom Kloster entfernt), und das Grab ist zu einem Pilger- und Gedenkort geworden. Der Ausblick von Throni über den Troodos ist ausgezeichnet.

Was man in Kykkos sieht

Die Kirche und Innenhöfe

Der Hauptkathолikon (Zentralkirche) ist reich mit vergoldeter Ikonostase und aufwändigen Kronleuchtern dekoriert — die Wirkung ist bewusst überwältigend. Für den Eintritt ist angemessene Kleidung erforderlich (Schultern und Knie bedeckt; Tücher stehen am Eingang kostenlos zum Ausleihen zur Verfügung). Fotografieren im Inneren ist aus Respekt für Mönche und Gläubige streng verboten.

Die Innenhöfe sind mit poliertem Marmor gepflastert und mit Säulengang-Gängen gesäumt, die mit goldenen Mosaikdarstellungen biblischer Szenen und Klostergeschichte bedeckt sind. Diese sind fotografisch und wirklich beeindruckend — die Handwerkskunst ist außergewöhnlich, auch wenn die Neuheit einiger Elemente im Kontrast zu Erwartungen an antiken Stein befremdend wirken kann.

Das Museum

Das Kykkos-Museum ist in einem eigens errichteten Flügel untergebracht und wirklich ausgezeichnet — keine verstaubte Objektsammlung, sondern eine gut kuratierte Ausstellung byzantinischer religiöser Kunst, beleuchteter Manuskripte, bestickter Gewänder, Silberartefakte und geschnitzter Holzarbeiten aus dem 11. bis 19. Jahrhundert. Beschriftungen auf Griechisch und Englisch. 45–60 Minuten einplanen. Eintritt im allgemeinen Klosterticket enthalten (ca. 5 €).

Das Throni-Grab und der Aussichtspunkt

Ein 15-minütiger Aufstieg auf einem Steinpfad vom Klosterparkplatz führt zum Throni-Hügel, wo Erzbischof Makarios III. unter einem Marmormonument mit einer dauerhaft brennenden Flamme begraben liegt. Der Standort hat eine Kapelle und einen Panoramablick über die Troodos-Täler. Er ist gleichzeitig ein Pilgerort (Zyprer kommen in erheblicher Zahl, besonders an nationalen Jahrestagen) und ein ausgezeichneter Aussichtspunkt. Der Pfad ist gut gepflegt und zugänglich.

Praktische Informationen

Öffnungszeiten: Das Kloster ist täglich von ca. 09:00–17:00 (Sommer), 10:00–16:00 (Winter) geöffnet. Das Museum schließt um 16:00 Uhr. Die Zeiten variieren an großen Festtagen — vorher anrufen oder die CTO-Website prüfen.

Kleiderordnung: Pflicht und streng durchgesetzt. Sowohl Männer als auch Frauen müssen Schultern und Knie bedeckt haben. Shorts, ärmellose Hemden und kurze Röcke sind nicht gestattet. Tücher und Wickelröcke werden kostenlos am Eingang ausgeliehen. Sandalen sind akzeptabel.

Fotografie: Im Inneren der Kirche nicht gestattet. In den Höfen, im Museum (einzelne Schilder prüfen) und auf dem Gelände erlaubt.

Eintritt: Keine Gebühr für den Klosterbereich und die Kirche. Museumseintritt ca. 5 €.

Anreise: Kykkos ist per Auto von Paphos (ca. 1,5 Stunden), Limassol (ca. 2 Stunden) oder Pedoulas (20 Minuten) erreichbar. Kein öffentlicher Busverkehr. Die Straße ist gut geteert, aber kurvenreich — extra Zeit einplanen, wenn man ans Bergfahren nicht gewöhnt ist.

Parken: Großer Parkplatz neben dem Kloster. Kostenlos. An Wochenenden und Feiertagen meist stark belegt.

Der Throni-Hügel: Makarios III. und die nationale Dimension

Der Aufstieg vom Klosterparkplatz zum Throni-Gipfel (ca. 15 Minuten auf einem gepflasterten Pfad) belohnt die Mühe doppelt: mit einem Panoramablick über die Troodos-Täler und mit einer Begegnung mit einem Ort von tiefer zypriotischer nationaler Bedeutung.

Erzbischof Makarios III. (1913–1977) war nicht nur der spirituelle Führer der orthodoxen Kirche Zyperns, sondern die zentrale politische Figur der Unabhängigkeitsbewegung und der erste Präsident der Republik. Im Dorf Pano Panagias — 30 km südlich von Kykkos — geboren, trat er mit 13 Jahren als Novize ins Kloster ein und blieb sein ganzes Leben mit Kykkos verbunden.

Sein Grab auf Throni ist schlicht für die Maßstäbe des aufwändigen Klosters darunter: eine Marmorplatte, eine ewige Flamme in einem Glaslicht, ein kleiner zeremonieller Wachposten. Zypriotische Flaggen wehen dauerhaft. Der Standort ist gleichzeitig ein persönlicher Pilgerort (Menschen kommen, um Blumen zu hinterlassen, Kerzen anzuzünden und in der Stille zu stehen) und ein nationaler Gedenkpunkt.

Das Zederntal und Stavros tis Psokas: Ergänzungen in der Nähe

Vom Kykkos aus liegt das Zederntal ca. 15 km südlich — eine unkomplizierte Fahrt durch den Paphos-Wald auf der E912-Straße. Das Zederntal enthält eine der größten Konzentrationen von Cedrus brevifolia — der Zypern-Zeder, einer endemischen Unterart, die sonst nirgendwo auf der Erde vorkommt. Die Bäume im Talgrund sind ausgereifte Exemplare, deutlich größer als die Zedern, die an Bergstraßen erscheinen. Ein kurzer Wanderweg (30 Minuten, leicht) führt durch den Hain.

Die Forstbehörden-Station Stavros tis Psokas, weitere 10 km entlang des Forststraßensystems, beherbergt ein Außengehege für Mufflon — das endemische Wildschaf Zyperns, heute das Nationaltier. Dies ist einer der zuverlässigsten Orte auf der Insel, um Mufflon garantiert statt durch Zufallsbegegnung zu sehen. Die Station hat grundlegende Picknickeinrichtungen und ist völlig kostenlos zu besuchen.

Die Kombination Kykkos + Zederntal + Stavros tis Psokas ergibt einen vollen Tag von Paphos aus und erfordert keine Rückkehr über die gleiche Straße — man kann über die Polis- und Latchi-Küstenstraße zurückkehren.

Kykkos mit einer weiteren Troodos-Reiseroute verbinden

Kykkos fügt sich natürlich in einen Troodos-Berge-Tag ein, der auch Pedoulas (20 Minuten östlich), das Zederntal (15 Minuten südlich) und einen Mittagsstopp in Kakopetria oder Platres umfassen könnte. Von Paphos aus ergibt eine Rundroute über Polis, Kykkos, Pedoulas und zurück über Platres einen vollen und befriedigenden Tag.

Mehrere organisierte Touren fahren zu Kykkos von Paphos und Limassol aus, typischerweise kombiniert mit einem Weindorfstopp (Omodos ist am häufigsten), einem Winzerbesuch und Mittagessen.

Was zu buchen ist

Troodos Villages and Kykkos Monastery from Paphos (German) Paphos: Tour to Troodos, Kykkos Monastery, Omodos and Winery From Limassol: Troodos & Kykkos Monastery Tour

Häufig gestellte Fragen zum Kykkos-Kloster

Wie lange dauert ein Besuch in Kykkos?

Mindestens 1,5 bis 2 Stunden einplanen: 30–45 Minuten für Kirche und Höfe, 45–60 Minuten für das Museum und 30 Minuten für den Aufstieg zum Throni-Grab und Aussichtspunkt. Wer mit einer Reisegruppe ankommt, kann sich bei der Museumsbesichtigung gehetzt fühlen — ein früher Ankunft (vor 10:30) gibt mehr Raum und Ruhe.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch in Kykkos?

Wochentage morgens sind am ruhigsten. An Wochenenden, besonders an großen orthodoxen Festtagen (15. August — Mariä Himmelfahrt — ist der größte), ist das Kloster mit Pilgern und Besuchern überfüllt. Frühling (April–Mai) kombiniert angenehmes Bergwetter mit weniger Menschenmassen als im Sommer. August ist der geschäftigste Monat; vor 10:00 oder nach 15:00 ankommen.

Liegt das Kykkos-Kloster in der Republik Zypern?

Ja. Kykkos liegt in der Republik Zypern (auf der republikanischen Seite der Grünen Linie), in den Troodos-Bergen im Paphos-Bezirk. Es hat keine Verbindung zu Nordzypern.

Kann ich an einem Gottesdienst in Kykkos teilnehmen?

Ja. Die Morgenmesse findet typischerweise von 06:00–08:00 Uhr statt, und Besucher dürfen respektvoll eintreten, obwohl Fotografieren während der Gottesdienste nie gestattet ist. Die Atmosphäre während eines Gottesdienstes ist authentisch und bewegend. Die Vesper am Nachmittag ist eine weitere Option. Die Mönche erwarten nicht, dass nicht-orthodoxe Besucher teilnehmen — stilles Beobachten ist willkommen.

Was ist die Bedeutung der Ikone in Kykkos?

Die Ikone der Jungfrau Maria (Panagia tou Kykkos) ist eine von drei Ikonen, die der Überlieferung nach dem Heiligen Lukas zugeschrieben werden, der sie angeblich zu Lebzeiten der Jungfrau Maria nach dem Leben gemalt hat. Die anderen beiden befinden sich im Soumela-Kloster (jetzt in Thessaloniki) und im Dorf Troödos. Die Kykkos-Ikone ist seit der Antike verschleiert — der Überlieferung nach bringt der Anblick des Gesichts Unglück. Sie wird verehrt, aber nie visuell für Besucher ausgestellt, was ihr als religiösem Objekt eine besondere Kraft verleiht.